Autismus Deutschland - Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V. (WeMi)

Autismusspezifische Therapien

Festhaltetherapie

Die Festhaltetherapie ist in der Fachwelt umstritten und ist die einzige Therapie, die komplett auf Zwang setzt. Man spricht auch von erzwungenem Halten (englisch: Holding). Entwickelt wurde diese Methode von verschiedenen Therapeuten/innen. Die bekannteste Anhängerin ist die Amerikanerin Martha Welch.

Therapieverlauf

Bei der Festhaltetherapie geht man von einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung aus. Mit einem zwanghaften Festhalten des Betroffenen durch die Bezugperson (meist die Mutter) soll das fehlende Urvertrauen aufgebaut bzw. wieder hergestellt werden. Der Betroffene soll auf diese Weise verlorengegangene Zuneigung erfahren und wird solange - auch gegen den eigenen Willen - festgehalten, bis der Betroffene den Widerstand aufgibt.

Therapeutische Beweise fehlen

Bis heute haben die Anhänger dieser Therapieform keine fundierten Beweise erbringen können, dass diese Methode Wirkung gezeigt hat. Die Festhaltetherapie findet in der autismusspezifischen Therapie heute keine Anwendung mehr.

Dennoch wissen wir von einer Mutter, die ihr Kind mit einer abgewandelten Form dieser Therapie erfolgreich an Berührungen (Umarmungen, Liebkosungen) gewöhnt hat. Jedoch sei hier mitgeteilt, dass die Mutter ihr Kind dabei nie überanstrengte. Die Mutter ließ ihrem Kind entgegen dem Leitgedanken des erzwungen Haltens immer die freie Wahl des Zeitpunktes und der Dauer der Umarmung. Unter Erfahrungsberichten finden Sie einen Bericht dieser Mutter über ihren zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre alten Sohn. Bitte bedenken Sie jedoch, dass es sich unseres Wissens dabei um einen einmaligen Fall handelt, der nicht wissenschaftlich belegt ist.

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