Autismus Deutschland - Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V. (WeMi)

Was ist Autismus?

Klassifikationen

DSM-IV

Im DMS-IV wird der frühkindliche Autismus den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet und mit folgenden Kriterien beschrieben:

  1. Es müssen mindestens sechs Kriterien aus 1, 2 oder 3 zutreffen, wobei mindestens zwei Punkte aus 1 und je ein Punkt aus 2 und 3 stammen müssen:
    1. qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion in mindestens zwei der folgenden Bereiche:
      1. ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch vielfältiger nonverbaler Verhaltensweisen wie zum Beispiel Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gestik zur Steuerung sozialer Interaktionen
      2. Unfähigkeit, entwicklungsgemäße Beziehungen zu Gleichaltirgen aufzubauen
      3. Mangel, spontan Freude, Interessen oder Erfolge mit anderen zu teilen (Z.B. Mangel, anderen Menschen Dinge, die für die Betroffenen von Bedeutung sind, zu zeigen, zu bringen oder darauf hinzuweisen
      4. Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit
    2. qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation in mindestens einem der folgenden Bereiche:
      1. verzögertes Einsetzen oder völliges Ausbleiben der Entwicklung von gesprochener Sprache (ohne den Versuch zu machen, die Beeinträchtigung durch alternative Kommunikationsmöglichkeiten wie Gestik oder Mimik zu kompensieren)
      2. bei Personen mit ausreichendem Sprachvermögen deutliche Beeinträchtigung der Fähigkeit, ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen
      3. stereotyper oder repetitiver Gebrauch der Sprache oder idiosynkratische Sprache
      4. Fehlen von verschiedenen entwicklungsgemäßen Rollenspielen oder sozialen Imitationsspielen
    3. beschränkte, repetitive und stereotype Verhaltensweisen, Interessen und Aktivitäten in mindestens einem der folgenden Bereiche:
      1. umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und begrenzten Interessen, wobei Inhalt und Intensität abnorm sind
      2. auffällig starres Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen
      3. stereotype und repetitive mototische Manierismen (Z.B. Biegen oder schnelle Bewegungen von Händen oder Fingern oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers
      4. ständige Beschäftigung mit Teilen von Objekten
    4. Beginn vor dem dritten Lebensjahr und Verzögerung oder abnorme Funktionsfähigkeit in mindestens einem der folgenden Bereiche:
      1. soziale Interaktion
      2. Sprache als soziales Kommunikationsmittel oder
      3. symbolisches Spiel oder Phantasiespiel
    5. Die Störung kann nicht besser durch das Rett-Syndrom oder die Desintegrative Störung im Kindesalter erklärt werden.

[zur Klassifikation ICD]

[Was ist Autismus] [autistisches Spektrum] [Ursachen] [Diagnose, was nun?] [zur Startseite]
Autismus Deutschland - Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V. (WeMi)