Wie geht es nach erfolgter Diagnose weiter?

Die Suche nach geeigneten Fachkräften

Wichtiger als die Klassifizierung in eine der genannten Grundformen des autistischen Spektrums ist die Diagnose an sich, weil erst mit vorhandener Diagnose eine Therapie erfolgen kann. Und damit begeben sich Eltern in einen Irrgarten, aus dem sie teilweise nur schwer wieder herausfinden. Denn nun beginnt die Suche nach geeigneten Therapeuten/innen und der richtigen Therapie.

Manche Wege erweisen sich als Sackgasse. Der empfohlene Psychologe ist überfordert. Die Ergotherapeutin hat noch nie etwas von Autismus gehört. Die Heilpädagogin deutet die Symptome falsch. Vor dem Gang zu einem Psychiater in einer noch dazu weit entfernten psychiatrischen Klinik mögen die Eltern ihr Kind nicht bringen. Die Liste ließe sich fortführen.

Bitte nicht falsch verstehen: Es gibt gute Psychologen/innen und Ergotherapeuten/innen, die schon mit Autisten gearbeitet haben und daher etwas davon verstehen. Es gibt natürlich auch Heilpädagogen/innen, Ergotherapeuten/innen und Logopäden/innen, die viel erreichen können und sich auch autismusspezifisch fortbilden. Selbstverständlich gibt es auch gute Psychiater. Doch entweder liegen die Praxen der Fachkräfte hunderte von Kilometern entfernt, sodass eine regelmäßige Therapie schon an der langen Fahrt scheitert oder die ausgebildeten Experten haben lange Wartelisten. Oder aber die Fachkräften haben wie oben erwähnt leider keine hinreichende Ausbildung. Was man diesen selbstverständlich nur dann vorwerfen kann, wenn sie sich als Experten für autismusspezifische Therapien ausgeben, es aber dann leider nicht sind.

Therapie in einem Zentrum

Eltern verzweifeln. Nach langen, zermürbenden Arztkonsultationen irgendwann der Schock der Diagnose, der erst einmal verdaut werden muss, dann das langsame Annähern und Annehmen der Behinderung. Und dann das! Keine/r kann oder möchte mit ihrem Kind arbeiten! Und niemand kümmert sich darum, wer denn die Therapie bezahlen soll. Krankenkasse? Jugendamt? Sozialamt?

Glücklicherweise greifen hier Selbsthilfegruppen und Autismus-Therapie-Zentren ein, die Beratung und im letzteren Fall auch Therapien anbieten. Hier erfährt man auch, welche Institutionen für die Zahlung der Therapiekosten herangezogen werden können. Die Zentren sind noch lange nicht flächendeckend, aber es werden immer mehr. Adressen von Selbsthilfegruppen (Regionalverbänden) und Autismus-Therapie-Zentren finden Sie auf der Seite des Bundesverbandes Autismus Deutschland e.V.