Das Syndrom Autismus tritt selten ohne begleitende Störungen oder Erkrankungen auf. Manche sind dem Autismus zuzuordnen, andere nicht. Die Abgrenzung ist auch für Fachärzte nicht einfach. Die Zusammenstellung umfasst häufige Störungsbilder, die nicht nur, aber auch bei Autisten beobachtet werden.
Zu den typischen Symptomen aus dem Bereich des autistischen Spektrums können noch weitere Störungen wie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) hinzukommen. ADS wiederum kann von Hyperaktivität begleitet werden, man spricht dann von ADHS (H für Hyperaktivität).
Die Störung tritt bereits im frühen Kindesalter auf. ADS fällt genau wie Autismus in den Bereich der psychischen Störung und wird daher auch unter den Klassifikationen ICD-10 und DSM-IV aufgeführt.
ADS ist - wie der Name schon vermuten lässt - ein Defizit im Bereich der Aufmerksamkeit. Ein unter diesem Syndrom leidender Mensch kann sich nicht gut konzentrieren, lässt sich leicht ablenken oder träumt vor sich hin. Menschen mit ADS sind impulsiv (besonders in einer Gruppe) und arbeiten gern nach dem Prinzip: jetzt gedacht und sofort gemacht. Außerdem können solche Menschen unter Stimmungsschwankungen leiden. Sie bekommen einerseits schnell etwas mit, übersehen dabei aber Wichtiges und können schnell auf Neues anspringen.
Impulsivität kann sich äußern in zu viel reden, in ein Gespräch hineinplatzen, andere unterbrechen oder nicht abwarten können. Ein ADS-Kind kann ohne nach links und rechts zu schauen die Straße überqueren. Zu den Stimmungsschwankungen zählen Wutanfälle, heftige und plötzliche Gefühlsausbrüche, Aggressionen und Jähzorn.
Hyperaktivität äußert sich in übermäßigem Bewegungsdrang wie etwa plötzlichen Bewegungen, nicht ruhig sitzen können oder mit Händen und Füßen reden. Hyperaktive Kinder sind ausgesprochene Zappelphilippe und schnell frustriert. Sie testen ständig ihre Grenzen aus, ihre Entwicklung kann leicht verzögert sein. Schulkindern fällt das Lernen schwer und sie können eine krakelige Schrift aufweisen.
Neben den negativ auffallenden Symptomen sollte man nicht vergessen, dass Menschen mit AD(H)S auch positive Eigenschaft haben. Sie sind fröhlich, hilfsbereit, ehrlich, kreativ und flexibel. Sie zeichnen sich durch Ideenreichtum aus und haben viel Phantasie. Mit ihrem Charme bezaubern sie ihre Mitmenschen und dann vergibt man ihnen auch die eine oder andere Untat.
Wenn Sie mehr über das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom wissen möchten, können wir Ihnen die Seite www.ads.de empfehlen.
Klare Antwort: Ja, aber selten. Von Hochbegabung spricht man ab einem IQ von 130. Der IQ (Intelligenzquotient) wird in einem Testverfahren ermittelt, bei dem ein Kind nach Möglichkeit 10 Jahre oder älter sein sollte, um ein aussagekräftiges Urteil erlangen zu können.
Ein hochbegabtes und autistisches Kind hat gleich mit zwei Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu den Schwierigkeiten, die Autismus mit sich führt, kommen dann noch die Schwierigkeiten, mit denen Hochbegabte zu kämpfen haben.
Es gibt ein paar Merkmale, woran man schon bei kleineren Kindern eine mögliche Hochbegabung erkennen kann. Aussagefähig sind diese Merkmale aber nicht. Nur ein Test kann definitive Klarheit bringen. Nachfolgend ein paar Kriterien, die für Hochbegabung sprechen können.
Eine Variante in der Gute-Nacht-Geschichte wird zum Beispiel schnell erkannt. Oder ein Kind kann sich alle Automarken merken und ähnliches.
Frühes Sprechen in Zwei-Wort-Sätzen kann ein Indiz für Hochbegabung sein, insbesondere die Erkenntnis, dass "ich" für die eigene Person steht. Also nicht "Klara will haben!", sondern "Ich will haben!" Wenn ein Kind mit dem Sprechen später beginnt, holt es das Versäumte rasch auf, spricht schnell in ganzen Sätzen. Satzbau und Grammatik sind korrekt.
Ein hochbegabtes Kind interessiert sich bereits mit 2 Jahren für Buchstaben und Zahlen, kann diese richtig benennen und beginnt vor dem 4. Lebensjahr mit Lesen und ersten Rechenaufgaben. Eltern wissen dann meist nicht, ob sie das gutheißen sollen.
Ein sehr intelligentes Kind kann altersgerechte Spiele verweigern, sich aber im Gegenzug für Spiele interessieren, die erst für ältere Kinder gedacht sind. Ein Spiel, das ein hochbegabtes dreijähriges Kind spielend beherschen kann, ist zum Beispiel UNO. Später kann sich das inzwischen fünfjährige Kind für Schach interessieren.
Ältere Kinder werden zum Spielen bevorzugt. Mit gleichaltrigen oder jüngeren Kindern spielt ein hochbegabtes Kind eher weniger.
Hochbegabte Schulkinder können durch Besserwisserei auffallen, sie fühlen sich gelangweilt und fallen dann möglicherweise durch ihr Herumalbern auf. Gute Noten allein sind nicht aussagekräftig. Dadurch, dass sich einige Schüler/innen in der Schule langweilen, kann es sogar vorkommen, dass sich die Schulnoten verschlechtern.
Ältere Kinder werden zum Spielen bevorzugt. Mit gleichaltrigen oder jüngeren Kindern spielt ein hochbegabtes Kind eher weniger.
Um später im Beruf erfolgreich zu sein, bedarf es nicht unbedingt eines hohen IQs. Ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, ist die emotionale Intelligenz (Menschenführung, gutes Sozialverhalten, Einfühlungsvermögen und ähnliches). Es gibt hochintelligente Menschen, die für weniger intelligente Menschen arbeiten.
Weiterführende Informationen zum Thema Hochbegabung finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind.
Zu den typischen Symptomen aus dem Bereich des autistischen Spektrums können noch weitere Störungen wie das Tourette-Syndrom hinzukommen.
Das Tourette-Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung und wird durch Tics charakterisiert. Tics sind vom Betroffenen nicht steuerbar und treten sehr plötzlich einzeln oder in Serie (mehrfach hintereinander) auf. Diese Tics können einerseits motorischen Ursprungs (Muskelzucken und ähnliches) sein, andererseits aber auch einfache Lautäußerungen oder Worte beinhalten.
Die motorischen Tics reichen von Augenblinzeln, Kopf-, Schulter- oder Gliederzucken über Grimassen schneiden bis hin zu Springen und massiven Körperverdrehungen, dem Berühren und Beschnüffeln von Menschen und Gegenständen oder sogar einem selbstverletzenden Verhalten. Die Tics können aber auch obszöne Gesten sein, von denen sich Mitmenschen provoziert fühlen können.
Einfache Laut-Tics können sich äußern in grunzen Lauten, Räuspern oder einem Quiekgeräusch. Beim Tourette-Syndrom findet man wie bei der autistischen Störung auch Echolalie (Wiederholung von soeben gehörten Worten oder Satzteilen), aber auch Palilalie (Wiederholung eigener gesprochener Worte). Weitere nicht kontrollierbare Äußerungen können Worte und/oder Sätze sein, die nichts mit dem normalen Verlauf eines Gesprächs zu tun haben. Schlimmer und für Unwissende am unverständlichsten sind jedoch Schimpfwörter oder obszöne Worte. Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass gerade das Austoßen von Schimpfworten und Obszönitäten wirklich nicht steuerbar ist oder sich nicht dauerhaft unterdrücken lässt.
Je nach Ausprägung wird ein Betroffener fast täglich oder gar mehrfach am Tag von den Tics gebeutelt. Die Symptome können aber auch für mehrere Tage, Wochen oder gar Monate aussetzen.
Üblicherweise treten die ersten Symptome im Alter von 7 Jahren auf und nehmen allmählich zu. Während der Pubertät verstärken sich die Symptome und lassen vor dem 30. Lebensjahr wieder nach. Einige Betroffene können auf vollständige "Genesung" hoffen, bei den meisten stellt sich eine Besserung ein und nur wenige müssen ihr Leben lang mit einem ausgeprägten Tourette-Syndrom leben.
Wenn Sie mehr über das Tourette-Syndrom erfahren möchten, klicken Sie auf den nachfolgenden Verweis, der Sie auf die Seite www.tourette.de weiterleitet.
Zu den typischen Symptomen aus dem Bereich des autistischen Spektrums können noch weitere Störungen wie das Rett-Syndrom hinzukommen.
Das Rett-Symptom wurde erstmalig im Jahre 1966 von dem Wiener Arzt und Psychiater Professor Andreas Rett beschrieben. Unabhängig davon sammelte Professor Bengt Hagberg in Göteborg (Schweden) Daten zu diesem Erscheinungsbild.
Das Rett-Syndrom tritt überwiegend bei Mädchen auf. Charakteristisch für das Erscheinungsbild des Rett-Syndroms sind seltsame, stereotype Handbewegungen (waschend, knetend), eine eigentümliche Gangart mit Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle und autistische Verhaltensweisen, ferner auch Sprachverlust, epileptische Anfälle und Hyperventilation (auch Atemunregelmäßigkeiten). Weiterhin können Durchblutungsstörungen der Arme und Beine auftreten und ein betroffenes Kind kann auch unter Verdauungsproblemen leiden.
Erschreckend bei diesem Syndrom ist, dass sich bereits erlernte Fähigkeiten teilweise in wenigen Monaten oder gar nur innerhalb von Wochen wieder verlieren. Besonders für die Eltern ist dies sehr belastend. Hilflos und traurig müssen sie zusehen, wie ihr Kind eine Fähigkeit nach der anderen wieder verliert.
Verantwortlich für das Rett-Syndrom ist ein Gen mit dem Namen MECP2, das erst 1998 nach fieberhafter Suche entdeckt wurde. Seit Ende 1999 gibt es einen Gentest. Seitdem genügt ein Verdacht, um eine Untersuchung einzuleiten und natürlich auch entsprechend frühzeitig eine Diagnose zu erstellen. Man muss daher nicht mehr warten, bis sich die ersten Symptome zeigen. Der Gentest filtert auch die weniger typischen Fälle heraus. Dadurch hat es sich gezeigt, dass es wesentlich mildere Verlaufsformen gibt, als bislang angenommen wurde.
Leider kann bis heute niemand etwas über den mutmaßlichen Verlauf sagen. Der Gendefekt ist leider nicht behandelbar, wohl aber lassen sich manche Begleitsymptome (zum Beispiel kalte Hände und Füße) behandeln.
Wenn Sie mehr über das Rett-Syndrom erfahren möchten, können wir Ihnen die Seite http://www.rett.de empfehlen. Bitte beachten Sie, dass sich die Seite in einem neuen Browserfenster öffnet.