Autismus Deutschland - Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V. (WeMi)
Hier finden Sie eine Aufstellung von Spielen, die Eltern autistischer Kinder für sinnvoll erachten und die mit wenig Aufwand betrieben werden können. Generell sind alle Spiele geeignet, die korrektes Verhalten vorleben und trainieren, bei denen Anweisungen zu befolgen sind und damit selbstverständlich Spiele, bei denen man auf irgendeine Art und Weise etwas lernen kann. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit.
Da bei Spielen der Spaß im Vordergrund steht, muss es nicht zwangsläufig am Ende auch einen Sieger geben, auch wenn das bei den nachfolgenden Spielen beschrieben ist.
Lesen Sie auch unter Therapieansätze, welche Methoden Eltern autistischer Kinder entwickelten, um ihre Kinder zu korrektem Verhalten anzuleiten oder Körperkontakt zuzulassen oder auch Strategien, um eine gegenseitige Kommunikation aufzubauen.
Spiele für die Grobmotorik sind zum Beispiel: Ballspielen (Werfen und Fangen), Trommel schlagen (Kochtöpfe eignen sich auch) oder auf einem Xylophon spielen, mit Puppen spielen usw.
Spiele, die die Feinmotorik fördern sind: Formensortierer, Motorikschleifen, Perlen auffädeln, Malen, Papier falten und/oder zerknittern, einfache Zeichnungen ausschneiden, Bauklötze stapeln, Spielsteine aufeinander setzen usw.
Dieses Spiel fördert nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern dient auch der Nachahmung und wird wie folgt gespielt:
Alle Kinder legen ihre Hände flach auf den Tisch und dürfen sie nicht bewegen. Das erste Kind hat ebenfalls beide Hände flach auf dem Tisch, darf sie aber über den Tisch führen während es sagt: "Der Fischer fischt den ganzen Tag und hat noch keinen Fisch erwischt." Der ganze Satz und insbesondere das letzte Wort dürfen in die Länge gezogen werden. Bei der letzten Silbe muss das Kind versuchen, die Hand eines Mitspielers zu erwischen. Die Mitspieler dürfen erst dann ihre Hände vom Tisch wegziehen, wenn sie die letzte Silbe (..wischt) hören. Wer erwischt wurde, scheidet aus. Sieger ist derjenige, der als letztes übrig bliebt.
Einfache Variante: Pro Anzahl der Mitspieler werden Stühle in einer Reihe oder im Kreis mit entsprechendem Abstand zueinander aufgestellt. Der Spielleiter spielt eine Musik ab oder singt ein Lied während die Kinder um die Stühle herumlaufen. Sobald nichts mehr zu hören ist, müssen sich die Mitspieler auf den erstbesten Stuhl setzen. Wer zuletzt sitzt, scheidet aus. Das Spiel ist zu Ende, wenn nur noch ein Mitspieler übrig geblieden ist.
Normales Spiel: Wie einfache Variante, nur wird immer ein Stuhl weniger als es Mitspieler gibt, aufgestellt. Der Mitspieler, für den es keinen Stuhl mehr gibt, scheidet aus.
Bei fast allen Brettspielen, angefangen von Mensch-ärgere-dich-nicht über Mühle und Halma bis hin zu Skat, müssen Entscheidungen getroffen werden. So-tun-als-ob-Spiele gehören ebenfalls zu den Entscheidungsspielen. Auch auf dem Spielplatz muss sich ein Kind entscheiden, ob es lieber die Schaukel, die Wippe oder die Rutsche benutzen möchte. Weitere Entscheidungsspiele sind "Alle Vögel fliegen hoch" (beschrieben unter Spiele zur Nachahmung).
Spiele, bei denen Anweisungen befolgt werden müssen, sind üblicherweise an Bedingungen geknüpft.
Alle Mitspieler laufen auf einer großzügig bemessenen Fläche durcheinander. Auf dem Boden liegen verstreut pro Mitspieler je ein Kissen (Matte u.ä.). Wenn der Spielleiter "Feuer" ruft, legen sich alle flach auf den Boden, bei "Blitz" müssen alle regungslos stehen bleiben und bei "Wasser" springen die Mitspieler auf je ein Kissen. Wer zu spät reagiert, scheidet aus.
Da dieses Spiel auf Willkür basiert, sollte der Spielleiter immer ein Erwachsener sein, der den Spielverlauf steuert. "Darf ich?" eignet sich auch zum Trainieren von Verhältniswörtern, mit denen einige Autisten Schwierigkeiten haben.
So wird es gespielt: Alle Kinder stellen sich nebeneinander auf. Der Spielleiter steht in einiger Entfernung. Das erste Kind fragt: "Darf ich...?" Hier gibt es drei Varianten: "...einen Schritt vorgehen?" oder "...zwei Schritte vorgehen?" oder auch "...drei Schritte vorgehen?" Wenn der Spielleiter die Frage bejaht, darf das Kind die gewünschten Schritte vorgehen. Er kann aber auch anordnen, stehen zu bleiben oder gar einen, zwei oder drei Schritte zurückzugehen. Wer den Spielleiter als erstes erreicht, hat gewonnen.
Variante 1: Statt "vor oder zurück" ist auch "links oder rechts" möglich. Dann stehen die Kinder hintereinander. Es sollte eine Begrenzung zu beiden Seiten vorhanden sein (auf einem Rasenstück der jeweilige linke und rechte Rand, zwei Kreidestriche auf dem Boden etc.). Sieger ist, wer als erstes die Begrenzung (links oder rechts) erreicht.
Variante 2: Statt "vor oder zurück" ist auch "dahinter oder davor" möglich. Dann fragt das jeweilige Kind: "Darf ich mich hinter/vor Name eines Mitspielers stellen?" Auch hier kann der Spielleiter reagieren, in dem er sagt: "Du darst dich nicht vor Marvin stellen, aber dahinter." oder auch "Du darfst dich nicht hinter Max stellen, sondern vor Julia."
Variante 3: Statt "vor oder zurück" ist auch "kleiner und großer Schritt" möglich. Dann fragt das jeweilige Kind: "Darf ich einen/zwei/drei kleine Schritte vorgehen?" Auch hier kann der Spielleiter reagieren, in dem er sagt: "Du darst keine drei kleinen Schritte vorgehen, sondern zwei große." oder auch "Du darfst keine drei großen Schritte vorgehen, sondern einen kleinen Schritt zurück."
Zur Nachahmung eignen sich das Hantieren mit Bauklötzchen oder Knetspiele, Vor- und Nachmalen und ähnliches.
Das Nachahmungsspiel "Alle Vögel fliegen hoch" eignet sich auch als Entscheidungsspiel und wird wie folgt gespielt:
Alle Kinder legen die Hände auf den Tisch. Der Spielleiter beginnt und ruft: "Alle Vögel fliegen hoch." Dabei hebt er beide Hände in die Höhe. Die Mitspieler müssen diese Bewegung nachahmen, sofern es sich bei dem Genannten um etwas handelt, das fliegen kann. Ruft der Spielleiter: "Alle Tassen fliegen hoch.", sollte der Spielleiter der einzige sein, der die Hände oben hat. Wer von den Mitspielern dem Spielleiter gefolgt ist, scheidet aus. Ist niemand mehr übrig, wird ein neuer Spielleiter bestimmt und das Spiel beginnt von vorn.
Im weitesten Sinn zählen die Spiele "Ich sehe was, das du nicht siehst" und "Darf ich?" (unter Anweisungen befolgen) zu den Spielen, die eine Kommunikation erfordern.
Ein Kind sucht sich einen für alle sichtbaren Gegenstand in der Nähe aus und sagt: "Ich sehe was, das du nicht siehst; und das ist (Farbe angeben)." Jetzt müssen die anderen Kinder Fragen stellen wie etwa "Ist es in der Nähe des Bodens?" oder "Ist es auf dem Tisch?" oder einfach nur "Ist es das?" und auf etwas zeigen, das der genannten Farbe entspricht. Fragen müssen so gestellt werden, dass nur mit "Ja" oder "Nein" geantwortet werden kann. Wer den Gegenstand als erstes errät, darf sich einen anderen Gegenstand aussuchen und das Spiel beginnt von vorn.
Die Kinder stellen sich mit geschlossenen Beinen und die Arme am Körper auf. Anschließend strecken sie im Sprung die Beine zur Seite. Dabei werden gleichzeitig die Arme zur Seite gestreckt. Das ganze wird wiederholt ausgeführt.
Dieses Spiel sollte nach Möglichkeit von vielen Kindern gespielt werden, was am Unvermögen autistischer Kinder (zu viele Kinder, zuviel Körperkontakt) scheitern kann. Hier gilt es auch, Anweisungen zu befolgen, was von autistischen Kindern auch erst gelernt sein sollte, bevor dieses Spiel Spaß machen kann.
Und so wird es gespielt: Alle Kinder laufen auf einer großzügig bemessenen, weichen Fläche (Rasen, auf Turnmatten in der Sporthalle etc.) durcheinander. Wenn der Spielleiter "Pommes Frites" ruft, legen sich alle Mitspieler flach auf den Boden. Bei "Hambuger" legen sich jeweils zwei Mitspieler übereinander (über Kreuz ist auch möglich) und bei "Cheeseburger" drei übereinander. Die Mitspieler, die nicht rechtzeitig auf dem Boden liegen oder keinen Hambuger bzw. Cheeseburger bilden konnten, scheiden aus.
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