Autismus Deutschland - Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V. (WeMi)
Autistisch Behinderten sind Begriffe wie "Bitte" und "Danke" nicht immer verständlich. Auch die verschiedenen Höflichkeitsbekundungen bei Begrüßung und Verabschiedung sind für einige Autisten nicht nachvollziehbar.
Bedenken Sie, Änderungen kommen nicht über Nacht. Selbst wenn Sie es schaffen, dass sich Ihr Kind bei Ihnen bedankt, wird die Tante darauf unter Umständen noch warten müssen. Ihr Kind muss nämlich auch lernen, das bei Ihnen Erlernte auch auf andere Situationen und damit auch auf andere Menschen zu übertragen. Wenden Sie von den hier beschriebenen Methoden nur die an, die Sie selbst für sinnvoll erachten und die Ihr Kind Ihrer Meinung nach auch versteht.
Seien Sie selbst ausgesprochen höflich, auch gegenüber Ihrem Kind. Sagen Sie nicht: "Komm zu mir!", sondern "Komm bitte zu mir!". Bauen Sie in alle Aufforderungen das Wörtchen "bitte" mit ein. Ist Ihr Kind einer Aufforderung nachgekommen, kommentieren Sie dies mit "Danke" oder auch so: "Du hast dein Zimmer aufgeräumt. Vielen Dank."
Bitten Sie Familie, Freunde und Bekannte ebenfalls um ein höfliches Vorleben.
Erklären Sie Ihrem Kind, warum es der Tante die Hand zur Begrüßung reichen oder sich für ein Geschenk bedanken soll. Führen Sie die Hand Ihres Kindes, wenn es selbst dazu nicht in der Lage ist. Aber verlangen Sie nichts. Loben Sie Ihr Kind, wenn es Höflichkeit zeigt und belohnen Sie es auch dafür.
Erklären Sie, dass sich der Schenkende über das einfache Wort "Danke" ebenso freut wie sich Ihr Kind über das Geschenk freut.
Vielen autistisch Behinderten bleiben die Worte im wahrsten Sinn dieses Wortes im Mund stecken. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie ihm einen passenden Satz vorsagen. Möchte Ihr Kind eine/n Freund/in einladen, begleiten Sie Ihr Kind zum gewünschten Spielkameraden und sprechen Sie Ihrem Kind die Bitte in etwa so vor: "Kommst du zu mir zum Spielen?"
Bei Geschenken genügt schon das einfache Wort "Danke" zum Vorsagen. Weitere Gelegenheiten, bei denen Sie Ihrem Kind etwas vorsagen können, sind zum Beispiel: beim Arzt ("Mir tut der Bauch weh."), bei einer Geburtstagsfeier ("Herzlichen Glückwunsch" oder "Alles Gute"), beim Bäcker ("Ich möchte einen Brezel.").
Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Erzwingen können und sollten Sie nichts. Motivation mit Lob ist besser geeignet.
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