Leben in der eigenen Welt

Autistische Menschen leben je nach Ausprägung teilweise bis ständig in einer Welt, zu der andere Menschen keinen Zugang finden. Gerade die schwer Betroffenen aus der Isolation herauszuholen, ist nicht einfach. Für manche Autisten ist der Rückzug in sich selbst eine Schutzmaßnahme vor der Umwelt und den Menschen, die sie nicht verstehen.

Menschen wahrnehmen

Betroffene zeigen wenig bis kein Interesse an der Umwelt, Menschen werden nicht wahrgenommen. Leicht autistische Menschen ziehen sich nur in bestimmten Situationen (zum Beispiel in einer fremden Umgebung) zurück. Sie kapseln sich ab, sehen und hören nichts mehr. Bei einer schweren Störung ist der Betroffene überhaupt nicht in der Lage, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Das heißt, ein Mensch wird - wenn überhaupt! - nicht als Person wahrgenommen, sondern als "irgendetwas", das sich zufällig im gleichen Raum befindet.

Axel Brauns, der über seine eigene Behinderung mehrere Bücher geschrieben hat, bezeichnet Menschen als "Buntschatten". So trägt denn auch eines seiner Bücher den Titel "Buntschatten und Fledermäuse". Bunte Schatten! Aus der Sicht eines Betroffenen sehr klar formuliert. Ein anderer Mensch ist für einen Autisten ein gesichtsloser Schatten. Bunt ist die Kleidung, die zwar wahrgenommen, aber worin kein Mensch vermutet wird.

Blickkontakt

Wenn schon ein Mensch nicht wahrgenommen wird, gibt es auch keinen Blickkontakt. Leicht autistische Menschen scheuen den direkten Blick in die Augen des Gegenübers und fixieren stattdessen zum Beispiel die Stirn, die Nase oder den Mund. Andere schauen seitlich am Kopf des Gegenübers vorbei. Wenn es zu einem Blickkontakt kommt, ist er nur flüchtig. Manche können entweder jemanden ansehen oder sprechen, beides zusammen geht nicht. Schwerer betroffene Menschen bauen gar keinen Blickkontakt auf. Es gibt aber auch Autisten, die keine Probleme damit haben, andere Menschen anzuschauen.

Gefühle, Gesichtsausdruck, Mimik, Gestik

Autisten fällt es schwer, Gefühle wie Freude, Trauer und ähnliches zu zeigen. Das heißt nicht, dass sie keine Gefühle haben. Man sieht einem Betroffenen dessen Gefühle nur nicht an, denn der Gesichtsausdruck ist nichtssagend. Die Gefühle eines anderen Menschen richtig einzuordnen, fällt Autisten ebenfalls schwer. Das Gleiche gilt für die Gestik. Aber Autisten können es lernen. Sie benötigen dafür wesentlich mehr Zeit als andere und müssen die Mimik eines Menschen studieren. Comics sind eine gute Lernquelle, denn hier werden Charaktereigenschaften stark übertrieben dargestellt. Die gezeichneten Figuren sind meistens Tiere mit menschlichen Fähigkeiten, sie bewegen sich nicht und man kann sie lange anschauen. Und was das Wichtigste ist: Die Figuren haben mit Menschen optisch nichts gemeinsam und stellen daher auch keine Bedrohung dar.

Gefühle anderer Menschen einschätzen

Die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, könnte man auch als Menschenkenntnis bezeichnen. Autistisch behinderte Menschen haben diese Fähigkeit nicht oder nur zum Teil. Dazu ein Beispiel: Ein Mädchen im Alter von etwa 10-11 Jahren sah ihre Tante am geschlossenen Sarg des Großvaters stehen. Die Tante verzog ihren Mund zu einem Grinsen und verabschiedete sich vom Verstorbenen. Das Mädchen imitierte die Mimik der Tante und grinste ebenfalls. Die rotverweinten Augen der Tante und ihr Schniefen hätten dem Mädchen eigentlich zeigen müssen, dass die Tante nicht grinste, sondern tieftraurig war. Gut, dass niemand das grinsende Mädchen bemerkte, sonst wäre es gerügt worden, was dazu geführt hätte, dass sich das Mädchen in die eigene Welt zurückgezogen hätte, nicht verstehend, was es jetzt schon wieder falsch gemacht hatte.

Aus dem Auge - aus dem Sinn

Es gibt autistische Kinder, die ihre Eltern nicht erkennen. Diesen Kindern ist es gleichgültig, ob sie von der eigenen Mutter oder

einer völlig fremden Person versorgt werden. Muss sich die Bezugsperson zum Beispiel für einen längeren Krankenhausaufenthalt vom Kind verabschieden, gibt es bei der Rückkehr kein Erkennen, kein "Händchen ausstrecken", keine Freude, nur absolute Gleichgültigkeit. Für Eltern ist ein solches Verhalten äußerst schwer zu ertragen.

Andere autistische Kinder wissen zwar, wer ihre Eltern sind, sind aber nicht in der Lage, diese nach einer längeren Trennung wiederzuerkennen. Noch andere Kinder erkennen die Mutter von gestern deshalb nicht wieder, weil die Mama andere Kleidung als am Vortag trägt. Eine andere Gruppe kennt in dem Mann, der jeden Morgen am Frühstückstisch sitzt zwar den Vater, aber wenn er sich im Wohnzimmer aufhält, wird er nicht mehr als Papa erkannt.

Ein Beispiel aus der Erwachsenenwelt: Ein junger Mann, nennen wir ihn Markus, arbeitet als KFZ-Mechaniker. Er hat nur eine leicht autistische Behinderung, gilt im Kollegenkreis als verschroben und schrullig. Eines Tages wird Markus beim Einkauf im Supermarkt von einem älteren Herrn mit Namen angesprochen. So sehr sich Markus auch bemüht, er kann den älteren Herrn nicht einordnen. Ist er ein entfernter Verwandter, ein Nachbar? Es will Markus einfach nicht einfallen. Erst am nächsten Tag erfährt Markus, dass der ältere Herr sein Kollege aus der KFZ-Werkstatt war. Markus hat diesen Herrn nur deshalb nicht erkannt, weil er den Kollegen im Supermarkt nicht erwartet hatte und der Kollege darüber hinaus auch keine Arbeitskleidung trug.

Handlungen anderer Menschen einschätzen

So wie Autisten Gefühle anderer Menschen falsch einschätzen, so interpretieren sie auch deren Handlungen zum Teil völlig anders als normale Menschen es tun würden. In fast allen Kulturen ist ein Kopfschütteln das Synonym für "Nein" und mit dem Kopf zu nicken bedeutet "Ja". Soweit uns bekannt ist, verhält es sich im asiatischen Raum genau umgekehrt. Wie würde sich ein Europäer wohl fühlen, wenn ein Asiate die Bitte um Hilfe mit einem lächelnden Kopfschütteln quittieren würde? Wenn wir solch unterschiedlich wahrgenommenen Handlungen auf eine Kommunikation zwischen einem normalen Menschen und einem autistisch behinderten Menschen übertragen, ergeben sich daraus ungeahnte Schwierigkeiten. Keine Seite versteht die andere und beide reagieren nicht so, wie die jeweilige Gegenseite es erwartet.

Handlungen anderer voraussehen

"Was wäre, wenn...?" oder "Was passiert dann?" - Nehmen wir einmal an, Sie beleidigen eine andere Person. Können Sie sich jetzt die Reaktion (Gefühle) dieser Person vorstellen? Ja? Glückwunsch! Autisten können es nicht, selten oder nicht besonders gut. Eine begonnene Geschichte weiterzuerzählen, erweist sich ebenfalls als schwierig, wenn nicht sogar als aussichtslos.

Weitere Verständigungsschwierigkeiten

Bei Handlungen, die Verständnis von Sprache, Texten und Symbolen verlangen, gelingt es Betroffenen ebenfalls nicht, diese richtig zu verstehen. Dazu gehören zum Beispiel Redewendungen, welche wörtlich verstanden werden. Behauptet jemand beispielsweise, er würde sich nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen, verwirrt eine solche Aussage einen autistisch behinderten Menschen. Er hält nach dem Heft Ausschau, welches natürlich nur als Symbol zu verstehen ist. Zur Erklärung: Die zitierte Redewendung bedeutet, dass man sich nicht die Führung (bei einer Verhandlung, einer Rede usw.) nehmen lässt bzw. in einer Unterhaltung nicht unterbrochen werden möchte.

Sarkasmus und Ironie sind autistisch behinderten Menschen ebenfalls nicht verständlich. Dazu ein Beispiel: Ein Junge steht mit seiner Mutter an der Kasse eines Supermarktes an und möchte - wie viele andere Kinder auch - ein Eis, ein Spielzeugauto oder ähnliches. Da die Mutter die Bitte ablehnt, wird der Junge lauter, bis er schließlich brüllt. Die Mutter sieht ihren Sohn streng an und meint nur: "Du musst lauter brüllen, damit ich dich verstehe!" Da der Junge diese Aufforderung wörtlich versteht, brüllt er noch lauter als zuvor. Er nimmt an, dass er dann das Gewünschte erhält. Stattdessen schlägt ihm die Mutter ins Gesicht und zerrt ihn aus dem Supermarkt. - Diese Szene hat sich nie zugetragen, aber sie zeigt, dass Autisten das, was sie hören, wörtlich verstehen. Während Kinder irgendwann lernen, auch mit Ironie und Sarkasmus richtig umzugehen, wird es für autistisch behinderte Menschen immer schwer sein, zwischen dem, was sie hören und dem, was diese Worte bedeuten, zu unterscheiden.

Rollenspiele

Im Spiel schlüpfen normale Kinder gern in die Rolle ihrer Lieblingsfiguren. Sie sind dann Raumfahrer, Prinzessinnen und ähnliches. Auch hierbei ist ein Unterschied zu autistisch behinderten Kindern zu sehen, welche solche Spiele deshalb nicht oder nur schwer verstehen, weil sie ihre eigenen Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte etc. nicht auf die Spielfigur übertragen können. Aber es gibt Autisten, die dazu imstande sind.

Kontaktaufnahme

Viele Autisten wissen nicht, wie man andere Menschen anspricht. Dass über das Wetter zu reden eine mögliche Form der Kontaktaufnahme ist, ist ihnen nicht verständlich. Warum sollen sie erwähnen, dass es regnet? Das sieht und spürt doch jeder, der sich bei Regen draußen aufhält oder aus dem Fenster sieht! Warum also etwas erwähnen, das so offensichtlich ist?

Manch ein autistisches Kind stellt sich ganz dicht vor ein anderes und sieht dieses Kind nur an. Mehr nicht! Andere wedeln mit der Hand vor dem Gesicht des anderen Kindes oder geben ihm einen Schubs. Solche Aktionen rufen beim Gegenüber im Idealfall nur Staunen hervor, werden aber sicher nicht als Aufforderung zum Spielen interpretiert. Das Fixieren eines Gegenstandes zum Beispiel beim Besuch eines Supermarktes soll der Mutter mitteilen, diesen Gegenstand mitzunehmen, die sprachliche Aufforderung dazu fehlt.

Höflichkeiten

Dass man einem Menschen zur Begrüßung oder zum Abschied die Hand zu reichen hat, lernt irgendwann jeder, ohne die Frage nach dem Warum zu stellen. Vieles übernehmen wir, weil es uns vorgelebt wird und ein höfliches Miteinander fördert. Irgendwann lernt ein Kind, sich auch für ein nicht so schönes Geschenk zu bedanken. Ein autistisches Kind würde das nicht tun.

Autisten sind wahre Gerechtigkeitsfanatiker und sagen um jeden Preis die Wahrheit, auch wenn diese verletzend ist. Da wird in einem Cafe laut auf die sehr kräftige Dame am Nachbartisch aufmerksam gemacht. "Psst, so etwas sagt man nicht!" rügt die Mutter. "Aber die Frau ist dick!" kommt die Antwort des Jungen. "Man sagt es aber nicht, weil..." versucht die Mutter zu erklären. "Aber wenn es doch stimmt?" lässt der Junge nicht locker. In seinen Augen hat er die Dame treffend beschrieben. Sie wird nicht dünner, nur weil man es nicht sagen darf.

Körperkontakt

Betroffene verweigern häufig Körperkontakt. Während die einen Kontakt an gewissen Körperstellen zulassen, verweigern die anderen Körperkontakt völlig. Bei einem Kind ist man häufig versucht, diesem über den Kopf zu streicheln. Eine solche Tat oder gar nur der Versuch wird zum Beispiel mit einem kräftigen Tritt vors Schienbein quittiert.

Aggressionen, Aggressivität

Beißen, Treten, Schlagen und andere Aggressionen treten unserer Erfahrung nach immer dann auf, wenn sich ein Betroffener in die Enge getrieben sieht. Dies können in den Augen eines Autisten unmögliche Anforderungen sein wie beispielsweise die Aufforderung von Körperkontakt (in den Arm nehmen, Händeschütteln etc.), eine Frage beantworten, jegliche andere sprachliche Aufforderung, eine Regelverletzung und ähnliches. Während Kinder irgendwann lernen, dass man sich auch verbal wehren kann, ist diese Einsicht bei autistisch behinderten Menschen nicht oder nur wenig vorhanden. Das einzige, das gut funktioniert, ist die körperliche Aktion.

Rituale, Regeln

Überall treffen wir auf Regeln: in der Familie, im Beruf, im Verein, in Sport und Freizeit. Es gibt ungeschriebene Regeln und ganze Regelwerke (zum Beispiel Gesetzesbücher). Regeln werden akzeptiert und ebenso oft gebrochen. Autisten brechen keine Regeln, sondern fordern sogar deren Einhaltung ein, auch zum eigenen Nachteil. Eine äußerst lobenswerte Eigenschaft. Aber so wie sie Regeln einfordern, bestehen sie auch auf der Einhaltung zum Teil unsinniger Rituale.

Rituale können so unterschiedlich sein wie es Menschen gibt. Ein Mädchen geht nie ohne ihren Lieblingsteddy zu Bett, ein Junge verlässt das Haus immer mit irgendeinem Spielzeug in der Hosentasche. Weitere Rituale sind zum Beispiel das Bestehen auf dem immer gleichen Platz am Küchentisch oder es muss immer der gleiche Kaffeebecher sein, aus dem getrunken wird. Wenn in der U-Bahn der gewohnte Platz schon besetzt ist, wird auf die nächste U-Bahn gewartet. Eine Hausfrau wird fast wahnsinnig, weil ihr Mann die Kaffeetassen nicht genau auf den dafür vorgesehenen Platz im Hängeschrank geräumt hat, noch dazu mal mit dem Henkel zur linken, mal zur rechten Seite.

Werden Rituale nicht eingehalten, wird sich auf dem Boden gewälzt, es wird getreten, geschlagen oder sich in die eigene Welt zurückgezogen.

Rituale und Regeln geben aber Sicherheit. Innerhalb klar definierter Grenzen kann etwas neues ausprobiert werden. Ein autistischer Mensch ist insbesondere innerhalb seiner selbst gesetzten Grenzen wesentlich bereiter, sich auf Kommunikation oder neue Situationen einzulassen. Wenn Rituale und Regeln zugelassen und akzeptiert werden, kann sogar eine Verhaltensänderung herbeigeführt werden. Zu den Ritualen zählen natürlich auch Gewohnheiten wie etwa immer den gleichen Weg zum Bäcker, zur Arbeit, zur Schule zu wählen. Und wehe, wenn es mal - aus welchen Gründen auch immer - ein anderer Weg sein muss.

Wiederholungen

Für Wiederholungen gilt fast das gleiche wie für Rituale und Regeln. Die ständige Wiederholung gibt einem Betroffenen Sicherheit. Was gestern richtig war, ist es auch heute und wird auch morgen so sein. Wiederholungen können sein: immer wieder das gleiche Kartenspiel spielen, ständig die Hände waschen (hier könnte es sich aber auch um einen Waschzwang handeln), Rechenaufgaben mehrfach ausführen usw.

Motivation, eigener Antrieb

"Was soll ich jetzt tun?" fragt ein Kind die Mutter. "Was muss ich als nächstes erledigen?" fragt ein Angestellter. Schön, wenn solche Fragen gestellt werden, "normal" ist es für autistische Menschen nicht. Da wird lieber in Untätigkeit verharrt, obwohl die Arbeit durchaus gesehen werden kann. Es fehlt am nötigen Antrieb. Eine Lehrkraft muss das autistisch behinderte Schulkind ständig auffordern, die Schulaufgaben zu machen, während nachmittags die Mutter ebenfalls ständig überprüfen muss, ob denn auch die Hausaufgaben erledigt werden.

Wenn man aber weiß, dass Autisten Regeln und Rituale brauchen (weiter oben beschrieben), kann man diese gezielt zur Motivation einsetzen. Doch eines gleich vorweg: Es ist ein langer und steiniger Weg, begleitet von Rückschlägen, Frustation und Tränen der Bezugspersonen (Mutter, Vater) einerseits und dem Betroffenen andererseits. Unsinnige oder gar skurrile Rituale können mit Geduld und Ausdauer durch andere, bessere ersetzt werden. 

Unwichtige Dinge sehen, sich an Details aufhalten

Wenn sich ein normaler Mensch ein Radiogerät betrachtet, so wird er dieses als ein Ganzes wahrnehmen. Ein autistischer Mensch sieht stattdessen nur den großen Drehknopf, den er gern einmal ausprobieren möchte oder das Kasettenfach oder vielleicht auch nur die Farbe des Gerätes. Aber er sieht nicht das Gerät als solches. Ein Autist muss sich das Radiogerät in kleinen Häppchen erschließen. Das bedeutet gleichzeitig, er benötigt für die Aufnahme an optischen Informationen mehr Zeit. Zeit, die er insbesondere im Straßenverkehr nicht hat. Bis ein Betroffener das herannahende Auto registriert, hat er die Straße längst passiert.

Sich an Details festzukrallen, kann auch während eines Gesprächs geschehen. Gerade noch wurde über die Zubereitung von Erdbeermarmelade gesprochen, da hört man aus dem Mund eines betroffenen Kindes: "Papa fährt morgen mit mir schwimmen!" Hier ist die rote Farbe der Erdbeeren das Detail, mit dem sich das Kind beschäftigt und der weiteren Unterhaltung nicht mehr folgt. Das Kind denkt darüber nach, was alles noch rot ist und kommt dann auf Papas rotes Auto. Und in dieses rote Auto steigt das Kind morgen ein und fährt mit Papa zum Schwimmbad.

Furcht, Ängste

Jeder kennt Ängste, sei es vor Mäusen oder Spinnen, sei es vor Prüfungen und (öffentlichen) Auftritten. Autistische Menschen können sich vor ganz alltäglichen, harmlosen Dingen fürchten wie zum Beispiel vor runden oder eckigen Gegenständen, einer Mauer und ähnlichen Dingen. Sie können sich weiterhin vor Situationen fürchten, die in keinster Weise angsteinflößend sind. Andererseits kennen einige Betroffene überhaupt keine Furcht, insbesondere nicht vor wirklichen Gefahrenquellen wie etwa einer heißen Herdplatte. Ein Betroffener kann auf einer hohen Mauer balancieren, ohne sich darüber bewusst zu werden, dass er stürzen und sich dabei schwer verletzen kann.

Einfache Empfindung und Wahrnehmung

Manche Dinge nimmt ein Betroffener lieber durch Berührung wahr oder durch Geschmack und Geruch. Das heißt: Menschen werden betastet, es wird an ihnen gerochen und - was für fast die meisten Menschen am unverständlichsten ist - mit der Zunge beleckt. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Gegenstände aller Art. Auch wenn wir uns wiederholen, ein solches Verhalten trifft nicht auf alle autistisch behinderten Menschen zu.

Mechanisches Gesamtverhalten

Ist Ihnen schon einmal an einem anderen Menschen eine robotergleiche Gangart aufgefallen oder eine mechanisch wirkende Armbewegung? - Es könnte sich dabei, vorausgesetzt, dass dieser Jemand noch andere seltsame Auffälligkeiten aufweist, um einen Autisten handeln.

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